Wenn pflegende Angehörige einem Demenzkranken ermöglichen, Zeichen der Liebe zu äußern, können wundervolle Momente der Liebe entstehen
In meinem Blogartikel "Liebe pflegende Angehörige, bitte bringt die Liebe im Pflegealltag zum Ausdruck!" habe ich pflegende Angehörige eingeladen, die Liebe im Pflegealltag zum Ausdruck zu bringen. Der hiesige Blogartikel ergänzt diesen Artikel und richtet sich speziell an pflegende Angehörige, die eine an Demenz bzw. Alzheimer erkrankte Person pflegen, aber auch an sonstige Familienangehörige. Meine Botschaft beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen mit solch wundervollen Momenten während der fast 6-jährigen Pflege meiner lieben Mama, die u.a. Demenz hatte.
Kommunikationsschwierigkeiten bei Demenz gehören zum Pflegealltag dazu
Eine Demenzerkrankung führt dazu, dass der Verstand nicht mehr in vollem Umfang arbeitet. Auf eine medizinische Erklärung dessen, was in diesem Moment im Gehirn geschieht oder eben nicht geschieht, verzichte ich hier an dieser Stelle; auf solch medizinisches Fachwissen kommt es im Pflegealltag nicht an.
Denn aus der Perspektive von pflegenden Angehörigen ist nur wichtig, dass die pflegebedürftige Person – Dein lieber Mensch – mit seinem/ihrem Verstand nicht in vollem Umfang oder gar nicht mehr versteht, was Du tust oder sagst.
Das macht die Kommunikation bei der häuslichen Pflege schwieriger. Du hast nicht immer die Gewissheit, dass Deine Worte verstanden werden. Es kann gelingen – oder eben auch nicht. Manchmal liegt die Chance bei 1:1; an schlechten Tagen oder in schlechten Momenten sind die Chancen deutlich schlechter. Das zieht sich so durch den ganzen Tag hindurch.
Das Herz versteht die Botschaften der Liebe
Trotzdem bitte ich Dich nachdrücklich, immer und immer wieder gegenüber Deinem lieben Menschen Deine Liebe zum Ausdruck zu bringen. Denn:
Die Liebe ermöglicht es pflegenden Angehörigen und dem/der Demenzkranken, von Herz zu Herz miteinander zu kommunizieren.
Beispiele dafür, wie Du als pflegender Angehöriger/pflegende Angehörige Deine Liebe zum Ausdruck bringen kannst, findest Du in dem bereits erwähnten Blogartikel über das Ausdrücken von Liebe .
Jetzt schauen wir uns mal die Situation speziell bei der Pflege eines Demenzkranken an.
Vielleicht ist die Demenz schon so weit fortgeschritten, dass Dein lieber Mensch - die demenzkranke Person – sogar Worte der Liebe, die Du sprichst, nicht immer in ihrer vollen Tragweite verstehen kann. Das kann je nach Tagesform auch mal besser, mal weniger gut sein. Aber:
Wenn Du die Liebe nicht nur durch Worte, sondern auch durch Gesten zeigst, dann kommunizierst Du auf der Herzensebene. Diese Botschaft wird Deinen lieben Menschen trotz der Demenz erreichen – in seinem/ihrem Herzen. Glaube ganz fest daran!
Mach Dir bitte bewusst, dass es sowohl die Verstandesebene als auch die Herzensebene gibt.
Mit der Herzensebene steht Dir ein weiterer Kommunikationsweg offen.
Das Herz versteht die Botschaften der Liebe.
Der/Die Demenzkranke kann dann ebenfalls seine/ihre Liebe zum Ausdruck bringen
Überlege Dir mal bitte, was Du Schönes bewirken kannst, wenn Du Deine Liebe im Pflegealltag zum Ausdruck bringst mit der Vorstellung, dass der Demenzkranke – Dein lieber Mensch – Deine Liebe mit seinem/ihrem Herzen verstehen kann. Ich gebe Dir hier ein paar Beispiele, die keinesfalls abschließend sind:
Dein Lächeln kann den Demenzkranken ebenfalls zum Lächeln zu bringen – und ihm/ihr die Gelegenheit geben, ebenfalls Liebe zum Ausdruck zu bringen, vielleicht sogar ein liebevolles Wort oder ein liebevolles Gespräch. Was kann es Schöneres geben?
Deine Interaktion mit Gesten und Lächeln kann die Aufmerksamkeit des Demenzkranken fördern und dazu beitragen, dass er/sie nicht so schnell wieder abwesend wird und in seine/ihre eigene Welt zurückkehrt. Vielleicht ist es für eine längere Zeit, vielleicht sind es nur ein paar Sekunden, doch auch das ist wertvoll.
Ein Ausdruck von Liebe ist es auch, einem Demenzkranken in aller Ruhe zuzuhören – auch wenn er/sie Dir gerade zum 100. Mal das Gleiche erzählt. Mit Liebe kannst Du es schaffen, hierbei nicht verrückt zu werden. Die Liebe gibt Dir die notwendige Geduld und Gelassenheit. Damit erlaubst Du – bewusst – Deinem lieben Menschen, so sein zu dürfen, wie er ist. Diese Erlaubnis versteht der Demenzkranke auf der Herzensebene. Das führt zu mehr Entspannung im Pflegealltag zu Hause. - Du lebst gerade die bedingungslose Liebe.
Du kannst mit einer liebevollen Umarmung Geborgenheit und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Vielleicht bekommst Du ein Zeichen des Dankes zurück. Ansonsten nimmt wahr, wie die Geborgenheit zu mehr Entspannung führt.
Du kannst es dem/der Demenzkranken ermöglichen, etwas zu tun, was er/sie liebte. Zum Beispiel kannst Du ihm/ihr ermöglichen, mit Deiner Unterstützung die geliebten Blumen zu gießen – so wie Dein lieber Mensch es früher immer liebte. Dann kann der/die Demenzkranke das Gefühl bekommen, etwas zu tun, was er/sie liebt und was ihn/sie glücklich macht. Das wiederum wird Dich auch glücklich machen. (Ein Foto der Lieblingsblume meiner Mama findest Du auf der Über mich-Seite. Diese Blume steht übrigens immer noch an ihrem Stammplatz bei uns zu Hause.).
Du siehst also, es gibt unendlich viele Möglichkeiten, gegenüber Demenzkranken Deine Liebe zu zeigen. Bestimmt wird Dir auch als pflegender Angehöriger/pflegende Angehörige oder sonstiges Familienmitglied für die häusliche Pflege etwas einfallen, was richtig gut zu Euch und Eurer Situation passt. Wenn zum Beispiel kein Interesse an Blumen besteht, dann setzt Du eben das Beispiel von eben nicht 1 : 1 um, sondern überlegst Dir etwas anderes.
Es ist wichtig, dass Du es authentisch gestaltest.
Es muss zu Euch passen.
Zeige als pflegender Angehöriger/pflegende Angehörige gegenüber der demenzkranken Person Deine Liebe auch dann, wenn Du kein Zeichen der Liebe erhältst!
Nachdrücklich möchte ich Dich bitten, Deine Liebe – immer und immer wieder (!) – zu zeigen, auch wenn die demenzkranke Person – Dein lieber Mensch – Dir kein Zeichen der Liebe zurücksendet.
Akzeptiere das bitte so! Das ist nicht leicht, aber es ist enorm wichtig – damit Du Deinen inneren Frieden erlangst. Das wiederum verringert Deine Angst für einer Überforderung durch die Pflege.
Sei Dir gewiss, dass Deine Liebe auch dann das Herz des/der Demenzkranken berührt, wenn Du kein äußeres Zeichen der Bestätigung erhältst.
Sollte Deine Liebe tatsächlich erwidert werden, dann sei unendlich glücklich und dankbar für diesen schönen Moment! Bewahre ihn für alle Ewigkeit in Deinem Herzen auf oder mache ein Erinnerungsfoto, das zeigt, wie glücklich Ihr gerade wart!
Lass Dich davon inspirieren, weitere schöne Momente zu gestalten!
Diese Momente der Liebe stärken pflegende Angehörige und die pflegebedürftige Person unendlich!
Diese Momente der Liebe sind die Momente, in denen Du in Deiner vollen Herzenskraft bist und jeder Gedanke an eine Überforderung durch die Pflege einfach mal weg ist.
Das sind die Momente, in denen Du spürst: Ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort und tue hier genau das Richtige. Ja, die Pflege ist meine Herzensaufgabe.
Das sind zugleich die Momente, in denen der/die Demenzkranke sich ebenfalls richtig gut fühlt und glücklich ist.
Für pflegende Angehörige ist es wichtig, zu lernen, ihre Erwartungshaltung auf Null zu setzen
Ich bitte Dich aber um eins: Versuche nicht, weitere schöne Momente nur deshalb zu erschaffen, in der Hoffnung, beim nächsten Mal doch ein Zeichen der Liebe zurückzubekommen. Damit baust Du eine Erwartungshaltung auf. Du riskierst, enttäuscht zu werden. Du verkrampfst automatisch.
Mach Dir noch einmal klar, dass bei Demenz die Verstandesleistung reduziert ist.
Wenn es Dir gelingt, eine unzureichende oder vollkommen ausbleibende Reaktion der pflegebedürftigen Person - Deines lieben Menschen – zu akzeptieren, dann sagst Du aus vollem Herzen "ja" zu Deiner Pflegeaufgabe! Dann lebst Du die bedingungslose Liebe. Durch deren Kraft kannst Du dann auch die Angst vor einer Überforderung durch die Pflege überwinden.
Wie kannst Du Deinen inneren Frieden damit machen, dass die pflegebedürftige Person keine Zeichen der Liebe zurücksendet? Die Lösung liegt darin, Deine Erwartungshaltung an den/die Demenzkranken auf Null zu setzen.
Das ist eine wichtige Lernaufgabe für pflegende Angehörige von Demenzkranken. Diese Fähigkeit hilft Dir, nicht enttäuscht zu reagieren, wenn Du keine Reaktion auf Deine Zeichen der Liebe erhältst.
Ehrlich gesagt: Wirklich leicht ist es nicht, aber es ist wichtig. Und machbar.
Tief in Deinem Herzen weißt Du als pflegender Angehöriger/pflegende Angehörige, dass der/die Demenzkranke Dir danken würde, wenn er/sie alles mit dem Verstand erfassen könnte. Das sollte Dir genügen, um Deinen inneren Frieden zu finden.
Mit meinem Buch "Pflegen heißt Geben – Ein Mindset-Buch, mit dem pflegende Angehörige ihr volles Potenzial entfalten und Überforderung vermeiden können" (Affiliate-Link) kannst Du lernen, Deine Erwartungshaltung auf Null zu setzen.
Du erfährst außerdem, wie Du mit Deiner Schöpferkraft schöne Momente gestalten kannst, die ich hier angesprochen habe.
Auch über die bedingungslose Liebe, Deine Motivation und die Überwindung von Angst und Widerstand kannst Du etwas in diesem Buch erfahren.
Du lernst sogar noch viel, viel mehr. Dieses Buch enthält ein Komplettpaket für Dein Mindset. Es enthält auch mehrere Beispiele aus dem Pflegealltag von Demenzkranken, die Dir weitere Impulse vermitteln, wie Liebe im Pflegealltag gelebt werden kann.
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Ich sende Dir meine Liebe.
Manuela